Osterbrunnen

Sind es in der Zeit vor Weihnachten die Christbäume, die in den Gärten und Vorgärten für weihnachtliche Stimmung sorgen, so findet man in diesen Tagen im ländlichen Franken fast kein Dorf, das nicht einen dieser wundervoll geschmückten Ostenbrunnen vorzuweisen hat. Als ich die Fotos unseres Osterbrunnens machte, hatte ich das Glück, eine der Künstlerinnen, die die Eier mit den tollsten Motiven bemalen, vor Ort zu treffen und etwas mit ihr zu plaudern. Wie sie mit erzählte, sind es bis auf einige weinige Ausnahmen allesamt echte Eier bzw. natürlich nur die Eierschalen, die in vielen Stunden einfach aus Freude und Spaß bemalt werden. Als Motive findet man den Pumuckl genau so wie die sieben Zwerge, allerlei Vögel und Blumenmotive, ja sogar kleine Dörfer mit Kirche und Häusern. Dass natürlich auch der Osterhase höchst persönlich auf den Eiern vertreten ist, versteht sich von selbst.
Hat ein Künstler ein Motiv entdeckt, für das ein gewöhnliches Hühnerei einfach zu klein ist, weicht man auf eine größere Variante aus: In der Nachbarortschaft gibt es zum Glück eine Straußenfarm, die diese Rieseneier verkauft. Allerdings müssen dafür 4 bis 6 Euro bezahlt werden, wobei sie natürlich erst noch bemalt werden müssen.
Wie mir das Künstlerehepaar erzählte, schauen sie mehrmals täglich am Osterbrunnen nach dem rechten. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass die besonders schönen Exemplare mitunter „Beine kriegen“ – sprich sie werden einfach mitgenommen, was natürlich ärgerlich ist. Immerhin benötigt selbst ein geübter Hobbymaler 15 Minuten bis zu einer Stunde, um ein Ei fertig zu bekommen. Wenn man bedenkt, dass manche Osterbrunnen bis zu 2000 in der Regel kunstvoll bemalte Eier tragen, kann man sich leicht ausrechnen, wie viel ehrenamtliche Zeit hier benötigt wird. Sie dann einfach mitzunehmen, kann nicht als Kavaliersdelikt bezeichnet werden.

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